ART IN BEAUFORT 2000


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Projekt: “BIG MOTHER”

Konzept: Patricia LIPPERT

Mitwirkende:

Claudine ANGE (F); Manfred KIRCHNER (D); Xavier THOMEN (F);

Patricia LIPPERT (L); Bruno BALTZER (F); Florence HOFFMANN (L)

VIP: Wurm (F); GRETA: Huhn (L); LASER: Katze (L); PIP: Kanarienvogel (L);

FRED: Schlange (EU); HERMI & FRODITE: Schneckenpaar (L)

Kamera: Pascale BEHRENS               Grafik/Montage - Film: MELTING Pol

Am Freitag, den 21. Juli 2000 findet um 22.00 Uhr in einem Turm der Schlossruine in Befort eine 24-stündige Zusammenkunft statt, welche unter dem Projektnamen “BIG MOTHER” läuft.

Die Aktion endet folglich am folgenden Tag, den 22. Juli 2000, um 22.00 Uhr. Die Mitwirkenden, Menschen und Tiere werden versuchen, während 24 Stunden friedlich zusammenzuleben. Als Dokumentation dieser Wohngemeinschaft wird ein Video entstehen, welches am Samstag, den 29. Juli, im Festzelt des “Centre Equestre de Beaufort” während der “Nuit des Sculpteurs” uraufgeführt werden wird.

Die Produkte (Texte, Fotos, Zeichnungen, usw.) die von den verschiedenen Mitwirkenden während  den 24 Stunden produziert werden, sind in den Ställen des neuen Schlosses ab Sonntag ausgestellt.

Warum “BIG MOTHER”?

Im Buch von George Orwell ist “Big Brother” das allseits kontrollierende Element diktatorischen Charakters, dessen Name eigentlich negative Assoziationen wecken sollte. Da RTL II diesen Namen für sein Medienspektakel benutzt, wird der eigentliche Name seiner Ernsthaftigkeit enthoben und zu einer Farce reduziert.

Als Konsument unserer Zeit sind wir täglich mit neuen Medienspektakeln konfrontiert, die mit kämpfen, vernichten und “nomminieren” zu tun haben.

Von Pokémon bis zu “Big Brother”, abgesehen von allen Computer & Playstation- spielen besteht die Aufgabe der Mitspieler darin, die andern auf irgendeine Art und Weise zu liquidieren, ausser Gefecht zu setzen.

Wer zeigt uns eine Wohngemeinschaft, wo nicht jeder den andern als potentiellen Feind erlebt, warum wird uns nicht gezeigt, welche Fehler man im Zusammenleben vermeiden soll, damit eine Gemeinschaft produktiv funktioniert?                                                                                                                                                                         

Die Arche Noah ist eine solche Fabel, über den gelungenen Versuch eines solchen Zusammenlebens.

Der Name “BIG MOTHER” soll ausserdem an die “Grosse Muttergöttin” erinnern, eine Figur die im Gegensatz zu “BIG BROTHER” in der Mythologie positiv besetzt ist!

Wer gewinnt?

Der Brutalste, der Dümmste, der Schnellste, der Anpassungsfähigste!!

Wer verliert?

Der Stärkste! Der Sensibelste, der Individualist!

Wie heissen unsere neuen Vorbilder und die Vorbilder unserer Kinder?

Zlatko mit Machomei, Pikaschu und die Teletubbies !!

“Wiukiwiukilala !!!” ist da nur zu sagen.

Erfinden wir uns besser unsere eigenen Spiele und unsere eigenen Spielregeln.

(wie wär es z.B. mit einem neuen Tarzancomputerspiel in dem Tarzan nicht die vielen Tierchen eliminieren muss um zu “gewinnen”, vielleicht könnte er sie ja auch küssen, streicheln oder füttern .........)

Unser Spiel.

Verschiedene Künstler, - die es gewohnt sind sich und ihre Gedanken auszudrücken (und dies meistens allein im stillen Kämmerlein) -”zwingen” sich dazu gemeinsam 24 Stunden zu verbringen, dies im Austausch und mit der Präsenz der anderen lebendigen Wesen, für die sie die Verantwortung übernehmen müssen.

Damit die Katze den Vogel, das Huhn den Wurm usw ....... nicht auffrisst muss dauernd jemand Obacht nehmen, andernfalls wird der Turm von einigen weniger wieder verlassen. (In diesem Fall sind wir alle die Verlierer ........)

Der Turm ist in zwei Zonen eingeteilt. Die Tiere halten sich in der Zone I auf, im Innern des Turms.

Zone II, das offene Dach des Turmes ist nur für die Menschen erreichbar.

Zone I ist permanent beleuchtet und wird von einer weissen Leinwand gegen eventuelle Besucher abgeschirmt. Diese Tatsache ermöglicht es, die Filmaufnahmen in der Form eines Schattenspiels aufzunehmen.

Dieses Schattenspiel, soll eine andere Wahrheit darstellen, als die Aufzeichnungen im “realen Raum”.

Die Spielregeln

Es ist den Mitwirkenden erlaubt untereinander zu kommunizieren. Trotzdem ist es jedem einzelnen auch gestattet sich von der Gruppe abzusondern. Es steht jedem frei, zu schweigen oder zu reden. Jeder kann sich in der Sprache seiner Wahl (und sei es in einer erfundenen) ausdrücken. Es ist jedem erlaubt Arbeitsmaterial (auch Fotoapparat), Bücher, Musikinstrumente, Essen und Bettzeug mitzubringen.

Auf elektronische Geräte (Radio, Handy, .....) wird verzichtet.

Die Künstler verpflichten sich, während 24 Stunden mit niemandem ausserhalb in Kontakt zu treten.

Es ist strengstens erlaubt Künstler und Tiere zu füttern. (nach den 24 Stunden !)